Rasen Pflegearten

Unterschiede der verschiedenen Rasen-Pflegearten Vertikutieren, Lüften, Aerifizieren und Rasen sanden:

  • Vertikutieren:

    Kennt fast jeder Rasenbesitzer oder hat schon davon gehört.

    Sinn des Vertikutierens ist es, den Rasen durch Anritzen der Grasnarbe zu verstärktem Wachstum anzuregen.

    Allerdings ist das Vertikutieren kein Allheilmittel, wenn der Rasen aus anderen Gründen (z. B. mangelnde Düngung, starke Verunkrautung, Trockenheit, Staunässe, Schattenlagen) schadhaft ist.

    Es ist zwischen Mitte April und Anfang Mai zu empfehlen. Alternativ im Herbst, jedoch nicht bei gefrorenem Boden.

    Vor dem Vertikutieren ist der Rasen kurz zu mähen. Die Tiefe soll so gewählt werden, das die Graswurzeln nicht mit rausgerissen werden.

    Bei zu großen lückigen Flächen ist eine Nachsaat zu empfehlen.

    Anschließend wird gedüngt und am besten gesandet mit Quarzrasensand, der ebenfalls bei uns erhältlich ist. Rasensand sorgt für einen lockeren Boden und verhindert neue Moosbildung ohne Gift! Die Wurzeln des Rasens gehen tiefer in den Boden und der Rasen wird so wiederstandsfähiger.

    Kontraproduktiv ist das Vertikutieren bei starkem Besatz von Ausläufer treibenden Unkräutern, wie z. B. Gundermann.

    Die flach wachsenden Ausläufer werden durch die Messerwalze zerteilt und dadurch stark vermehrt und zum Wachstum angeregt.

    In diesem Fall eignet sich das Lüften besser.

  • Lüften:

    Fast immer das gleiche Gerät wie beim Vertikutieren.

    Nur geht es hierbei um das Ausbürsten des Rasens, z. B. um Moos oder Rasenfilz herauszuarbeiten.

    Flexible Federstahlzinken, die die Grasnarbe, ohne sie zu verletzen, von Fremdkörpern reinigen. Unkraut mit langen Ausläufern wird nicht "zerschnitten" wie beim Vertikutieren, sondern ausgebürstet.

    Lüften eignet sich also besser bei Ausläuferunkraut als Vertikutieren.

  • Aerifizieren:

    Im Gegensatz zu Vertikutieren und Lüften ist Aerifizieren eine reine Bodenbehandlung.

    Aerifiziereren kuriert Staunässe (Pfützen) und Mooswachstum.
    Mittels Spoons (Hohlstifte) eines Aerifizierers werden 5 bis 9 cm tiefe Löcher in die Rasenfläche gestochen. Diese besitzen meist einen Durchmesser von 1 bis 2 cm. Dieser Auswurf wird einfach mit dem Laubbesen abgefegt und entsorgt.

    Durch den Vorgang wird die Bodenverdichtung aufgebrochen, es erfolgt ein Gasaustausch, somit wird das Bodenleben der aeroben Bakterien und das Rasenwachstum gefördert.

    Die entstandenen Löcher werden anschließend mit Sand verfüllt. (weiter unten Erklärung zum Sand)

    Persönliche Empfehlung: dem Sand zusätzlich noch Rasensamen oder Dünger beigeben.

    Große Unterschiede bei den Aerifizier-Geräten!

    Die "günstige" Version besteht nur aus Stiften oder Nadeln, die beim Einstechen in den Boden das Erdreich verdrängen und so verdichten. Füllt man nun das entstandene Loch mit Sand, hat man quasi +/- 0 erreicht:

    Erst Verdichtet, dann gelockert.

    Noch weniger effektiv wäre die Version Stifte / Nadeln mit Bausand:

    In dem Fall kann es sogar den Boden noch mehr verfestigen als vorher.

     

    Die erste Wahl sollte also immer ein Hohlstift (Spoon) sein.

  • Rasen sanden:

    Da es sehr große Sand-Unterschiede gibt, finden sie diese >>HIER<< extra erklärt.

    Rasen sanden macht den Boden lockerer, verhindert auf natürliche Weise Moos und Unkraut und sorgt durch die bessere Durchlässigkeit für eine bessere Nährstoffversorgung der Rasenwurzel und somit für schöneren Rasen.

    Aber bitte bedenken und keine schnellen Wunder erhoffen: Rasen sanden hilft meistens nicht direkt beim ersten Mal, denn es dauert bis der Sand in den oberen Bodenschichten eingespült ist.

    Aerifizieren hilft, dies zu beschleunigen.
    Mit Rasensand lassen sich auch Bodenwellen und Vertiefungen sehr gut angleichen. Je tiefer die Wellen, desto länger dauert es natürlich diese anzugleichen.  Der Rasen darf nie so hoch mit Sand bedeckt sein, das die Halme komplett bedeckt sind. Eine 5mm Schicht Sand ist ein gutes Maß damit Rasen schnell wieder durchwachsen kann. Eine komplette Abdeckung führt zum Absterben der Pflanze.